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Ich habe mir kürzlich einen "Zweit-Drucker" zugelegt, zum Einen wollte ich mal die Qualität eines Chinabausatzes testen, zum Anderen wollte ich ein einfach zu transportierendes Gerät haben, welches ich auch mal an Bekannte verleihen kann.

Über einen Newsletter bin ich bei einer chinesischen Verkaufsplattform gelandet und habe mir dann dort einen "Prusa I3"-Klon geordert:
http://www.gearbest.com/3d-printers-3d-printer-kits/pp_337314.html



Mitte Juni bestellt, Anfang Juli per DHL bekommen, musste auch keinen Zoll oder Steuern bezahlen (man kann aber auch Pech haben), daher "seinerzeit" etwa 165,- Euro bezahlt.

Das Paket kam gut verpackt an, die Teile gut sortiert und wenn nötig beschriftet. Die gelaserten Acrylteile sind mit einer Schutzpapierschicht versehen (sollte man evtl dran lassen, da sie Staubmagneten sind), es gibt 3 Druckteile in mäßiger Qualität. Die Rillenkugellager und Spindelmuttern für die Z-Führungen sind schon verbaut.

Mit den recht guten Videoanleitungen ist der Bausatz in etwa 3-4 Stunden problemlos zusammenzubauen, die Konfiguration/Einrichtung dauert nocheinmal so 1-2 Stunden. Elektrische Verkabelung ist durch Aufkleber kein Problem.

Bei mir lief zuerst das Display nicht, zeigte keinen Text an, lediglich Beleuchtung und Tasterabfrage funktionierte. Nach dem inkompetenten Support von Anet3D (im Gegensatz zu deren Videodreher "Jim") habe ich dann selber geforscht und habe 5 (!) Kontaktstellen auf der separaten Displayplatinen herausgefunden, die keinen Kontakt zum verbindenden Stecker/Kabel hatten. Nachdem ich diese neu gezogen habe lief dann aber Alles:



Vorteile:
extrem günstig (aktuell für ~150€)
Bauanleitung per Video ist gut
Extruderkonstruktion okay
recht gute Heizplatte mit integrierter Aluplatte
einfacher Filamenthalter ist dabei
Druckdüsen sehr günstig
per micro-sd & Menü auch autark betreibbar
per Raspberry Pi auch über Netzwerk (und mit Webcam) betreibbar
ABS/PLA (und weitere) druckbar
keine Lötarbeiten notwendig, Alles ist steckbar/schraubbar
Werkzeug ist dabei (Schraubendreher, Sechskantschlüssel, Maulschlüssel)
Druckergebnisse sind "out of the box" schon echt okay
ausreichendes Druckfeld (Standard 220x220mm)
über USB und Repetier, Pronterface, usw. betreibbar
transportabel

Nachteile:
keine obere Führung der Z-Spindeln
Maßhaltigkeit der Acrylteile mäßig
Qualität der mitgelieferten Druckteile mäßig
Endschalter für Z schlecht konstruiert und sehr hakelig einstellbar
keine Standardplatine mit nicht wechselbaren Steppertreibern
Menü sehr hakelig
sehr billige Rillenkugellager (habe ich alle gegen Kunststoffgleitlager von Igus getauscht)
durch billige Lüfter recht laut
keine seperaten Pins für serielle Verbindung herausgeführt, daher nicht so einfach per Bluetoothmodul betreibbar
man druckt/schrabbelt direkt auf der Heizplatte, daher evtl. Glasplatte spendieren
Displayplatine hat Qualitätsprobleme

Neutral:
nur mit 1,75mm Filament betreibbar (ich habe ansonsten Alles auf 4mm für mein "green monster")
Düsenbelüftung sollte gleich gegen eine Ringbelüftung getauscht werden, steigert die Druckqualität
Steppertreiber sollten aktiv gekühlt werden

Fazit:
Nicht nur vom Preis her ein echter Schnapper - wenn man sich den Zusammenbau zutraut, dann hat man für extrem schmales Geld einen eigenen, ausgereiften 3D-Drucker zuhause stehen.

Beispiel Druckergebnis (Cura, 0.2mm, 80% infill)